9 Schritte, um dein Freelancer-Visum für Deutschland zu bekommen

Published on: 11 Sep 19:37

Ein deutsches Freelancer-Visum berechtigt dich dazu, in Deutschland als Freiberufler oder Unternehmer zu arbeiten. Du kannst mit oder für Start-ups, Unternehmen oder Einzelpersonen arbeiten und hast die Wahl zwischen Vollzeit-, Teilzeit- oder bedarfsorientierten Verträgen. Flexibilität, Selbstmanagement und Eigenverantwortung werden dir dadurch ermöglicht. Was genau du zur Beantragung benötigst, erfährst du in diesem Artikel:

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1. Freiberufler oder Unternehmer?

Zunächst solltest du wissen, welche Art von Selbstständigkeit du ausüben willst. Wirst du dein eigenes Unternehmen gründen und Gewerbe anmelden? Dann ist die Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit das Richtige für dich. Willst du dich in einem freien Beruf (als Künstler, Arzt, Anwalt, etc.) selbstständig machen? Das Freelancer-Visum (Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit) deckt in diesem Fall all deine Bedürfnisse ab.

2. Wer benötigt (k)ein Visum?

Bürger aus der Europäischen Union, Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz dürfen ohne Visum eine Existenz in Deutschland gründen.

Alle anderen müssen eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbstständigen bzw. freiberuflichen Tätigkeit beantragen, um in Deutschland gewerblich oder freiberuflich gründen zu können.

3. Aufenthaltserlaubnis

Wenn du bereits in Deutschland bist, dann kannst du die Aufenthaltserlaubnis sofort beantragen. Wenn nicht, dann benötigst du zunächst ein Visum zum Zweck der selbstständigen Tätigkeit. Dieses kannst du bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung in deiner Nähe beantragen.

Die Auslandsvertretung leitet den Visumantrag an die Ausländerbehörde in dem Ort in Deutschland weiter, wo du zukünftig wohnen möchtest. Nach etwa zwei bis vier Monaten wird die Entscheidung getroffen, ob ein Einreisevisum für deine geplante Tätigkeit erteilt werden kann oder nicht. Wenn ja, dann ist dein Visum für drei Monate gültig und du musst es bei Ankunft in Deutschland bei der Ausländerbehörde in eine Aufenthaltserlaubnis umwandeln lassen, damit du länger in Deutschland bleiben kannst. Falls du aus Australien, Israel, Japan, Kanada, Korea, Neuseeland oder aus den USA bist, benötigst du kein Einreisevisum. Die Aufenthaltserlaubnis musst du aber trotzdem innerhalb von drei Monaten vor Ort beantragen.

4. Unterkunft

Für die meisten Anträge benötigst du eine deutsche Adresse. Spätestens um dein Business anzumelden, musst du in Deutschland gemeldet sein. Das entsprechende Formular kannst du online ausfüllen. Oder du gehst zum Bürgeramt in deiner Nähe.

5. Krankenversicherung

In Deutschland herrscht Krankenversicherungspflicht. Am einfachsten ist es, eine private Krankenversicherung abzuschließen, um dich für das Freelancer-Visum zu bewerben. Zu empfehlen ist CareConcept, eine Krankenversicherung, die sich darauf spezialisiert, Deutsche im Ausland und Ausländer in Deutschland zu versichern.

6. Eigenes Bankkonto und Geldrücklagen

Neben ausreichend Geld, um den Visumsprozess bezahlen zu können, benötigst du außerdem genügend Rücklagen auf deinen Bankkonten (bestenfalls eröffnest du gleich ein deutsches vor Ort), um dich im Notfall längerfristig selbst versorgen zu können. Als Nicht-Deutscher hast du anfangs noch kein Recht auf Arbeitslosengeld oder andere Sozialleistungen. Darum ist es umso wichtiger, ein gewisses Polster zu haben. Die Ausländerbehörde wird dich um den Nachweis deines gesamten Vermögens bitten. Je mehr Erspartes du vorweisen kannst, desto höher steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Visum erhältst.

7. Deutsche Sprache, schwere Sprache

Wenn du in Deutschland arbeiten möchtest, dann solltest du auf jeden Fall die Sprache lernen. Außerdem sind viele wichtige Dokumente nur auf Deutsch erhältlich. Zu den Ämtern kannst du zur Not auch einen Dolmetscher mitnehmen. Mache aber bestenfalls einen Kurs, bevor du dein Business aufbaust.

8. Erforderliche Dokumente

Ja ja, die deutsche Bürokratie. Da kommst du leider nicht drum herum. Nachdem du alle obigen Schritte erfüllt und einen Termin bei der Ausländerbehörde vereinbart hast, musst du - sowohl als Freiberufler als auch als Gewerbetreibender - folgende Dokumente beisammen haben:

Unternehmer/Selbstständige benötigen außerdem:

Freiberufler dagegen sollten sich zusätzlich um folgende Formulare kümmern:

9. Hilfe bei Fragen

Wenn du bei der Beantragung Hilfe benötigst, kannst du die für dein Herkunftsland zuständige Auslandsvertretung um Rat fragen. Du kannst dich auch an unterschiedliche Ämter wenden: die Ausländerbehörde, die deutsche Auslandshandelskammer sowie etliche Wirtschaftsvereinigungen. Industrie- und Handelskammern sowie Welcome Center können dir eventuell auch weiterhelfen. Außerdem gibt es die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland”, die dich in folgenden Themen unterstützt

Sie ist von Mo-Fr zwischen 9:00h und 15:00h erreichbar unter der +49 30 18151111

Mehr Informationen erhältst du unter: https://www.make-it-in-germany.com/en

Viel Glück!



Alichniewicz, Justina: “Indian nationality: freelancer visa for Germany?”, in: https://www.existenzgruender.de/SharedDocs/BMWi-Expertenforum/English-Version/Indian-nationality-freelancer-visa-for-Germany.html (11.09.2018)

Cook, Cameron (2018): “Preparing for a Freelance Visa Application in Germany”, in: https://kontist.com/posts/freelance-visa-application-in-germany (11.09.2018)

Make-it-in-Germany: “Visum zur Selbstständigkeit”, in: https://www.make-it-in-germany.com/de/fuer-fachkraefte/arbeiten/existenzgruendung/visum-zur-selbststaendigkeit (11.09.2018)

Service-Portal Berlin: “Aufenthaltserlaubnis zur freiberuflichen Tätigkeit - Erteilung“, in: https://service.berlin.de/dienstleistung/328332/ (11.09.2018)

Service-Portal Berlin: “Aufenthaltserlaubnis zur selbstständigen Tätigkeit - Erteilung“, in: https://service.berlin.de/dienstleistung/305249/ (11.09.2018)

SympatMe: “Getting a freelance visa in Germany - 8 easy steps”, in: https://www.sympat.me/steps-getting-freelance-visa-permit-germany/ (11.09.2018)